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Steinwesen und der Große Geist"
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| „Zuerst werde ich Salbei schicken. Wir
wollen die Woche gehen und uns ankommen lassen!" Fast drei Stunden
lang führte Heiler S Alexander Alich auf dem Kreativhof Willendorf in den
Schamanismus ein. Wer sich einen Heiler aus den USA als geheimnisvollen Greis in wallenden Gewändern vorgestellt hat, wurde enttäuscht. Im großen Seminarraum erscheint am Freitagabend ein moderner 35-Jähriger in weißem Hemd und hellen Jeans. Für seine Rituale und Zeremonien benötigt er nur ein Teelicht, ein paar Kräuter, seine Trommel und die Fernbedienung des CD-Players. Die zwölf Seminarteilnehmer – zehn Frauen und zwei Männer – haben draußen ihre Schuhe ausgezogen, sitzen im Kreis und fächeln sich den Rauch von brennendem Salbei und Süßgras zu. Dann geht es daran, die Stimmen zu öffnen. Sheila schlägt die Trommel und singt mit seinen Schülern ein „Lied für den Bären". Danach erklärt der Nachfahre von Cherokee-Indianern die Denkweise der nordamerikanischen Ureinwohner. Es gehe darum, gute Beziehungen zu haben, und zwar nicht nur zu den Menschen, sondern auch zu Pflanzen, Tieren und Steinen. Außerdem sei es wichtig, seine Vorfahren zu ehren, und : „Wir denken an die Generationen, die nach uns kommen." Das Bewußtsein, Teil eines viel Größeren zu sein, gebe eine völlig neue Perspektive. „Wenn du im Wald einen Stock findest, denkst du daran, das ist ein Stock oder das ist ein Teil eines Baumes?" fragt Sheila. Während seine langjährige Schülerin und Dolmetscherin Regina übersetzt, nickt sie zustimmend.
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Nach einer Pause geht es mitten hinein in die
Arbeit mit den Tier-, Pflanzen- und Steinwesen. Sheila führt
seine Schüler durch eine Zeremonie.
Draußen wird es langsam dunkel, im Seminarraum des Kreativhofs von Renate Weiner-Wendt brennen nur ein paar Teelichter. Dazu gibt es indianische Musik aus dem CD-Player und Salbeirauch.Die Schüler blicken nacheinander gen Süden, Osten, Norden und Westen und rufen Wasser, Erde, Wind und Feuer um Hilfe an. Alle Teilnehmer atmen geräuschvoll ein und aus. „Um etwas Neues aufzunehmen, müssen wir etwas abgeben," erklärt Sheila. Nach anderthalb Stunden ist die Zeremonie vorüber. Es wird wenig gesprochen. Einige Teilnehmer umarmen sich und flüstern miteinander. „Das ist ein guter Weg, mit der Natur zu sich selbst zu kommen", sagt eine ältere Dame, die aus Lübeck angereist ist. Sie nehme sich regelmäßig solche Zeiten „ganz für sich", erzählt eine andere Teilnehmerin, die sich in Willendorf auch in die japanische Heilmethode Reiki einführen läßt. Während seine Schüler den Heimweg antreten, braucht S Alexander Alich zehn Minuten der Entspannung, dann ist er zum Interview bereit. Fröhlich und gelassen sitzt er am Küchentisch und erzählt von seinem Weg zum Schamanismus. Seine ersten großen Lehrer seien seine Großeltern gewesen, dann, als 14-jähriger, habe er ein Berufungserlebnis gehabt. Seitdem studiere er die Heilmethoden der Indianer und gebe als Leiter des 1988 von ihm gegründeten „FoxFire Institute of Shamanic Studies" sein Wissen an Menschen in Amerika und Europa weiter. In Einzelsitzungen heile er auch alle Arten von Krankheiten. Seine Methode zu erklären sei jedoch schwierig. „Gebete sind dabei besonders wichtig." Der Schulmedizin wolle er aber nicht das Wasser abgraben. Er arbeite eng mit Ärzten zusammen, es gehe schließlich um das Wohl der Patienten, sagt S Alexander Alich. Das gelte auch für die Rituale, die er seinen Willendorfer Schülern für jeden Tag empfahl: „Morgens zuerst nach draußen gehen, dem Osten ein wenig Maismehl anbieten und ein Gebet sprechen." |
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